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Begleiteter Umgang

Alle Kinder haben ein Recht auf Umgang mit ihren Eltern oder mit anderen wichtigen Personen in der Familie oder im Umfeld. Das gilt auch, wenn die Familie getrennt lebt und selbst dann, wenn ein Kontakt lange nicht bestand und schwierig ist. Vielleicht gab es in der Vergangenheit manche Entäuschungen oder auch schlimme Erfahrungen und Erlebnisse. Dann ist eine Begleitung nötig und dafür haben wir unser Angebot entwickelt. 
Der Begleitete Umgang ist eine rechtliche kodifizierte und zeitlich begrenzte Leistung gemäß §§ 18,50 SGB VIII in Verbindung mit den §§ 1684,1685 BGB. Der Begleitete Umgang ist eine Form der Unterstützung und Förderung des Kontaktes zwischen Kind und nicht mit ihm zusammenlebenden wichtigen Menschen wie zum Beispiel Vater, Mutter, Geschwister und Großeltern.  
Der Begleitete Umgang ist sinnvoll bei hohem Konfliktpotenzial der Beteiligten, schweren Loyalitätskonflikten des Kindes, Erstanbahnung des Kontaktes zwischen dem Kind und einem Beteiligten, Elternentfremdung und starken physischen oder psychischen Beeinträchtigungen eines oder mehrerer Beteiligter.
Er kommt primär Zustande:
  • auf Initiative eines Elternteiles oder beider
  • auf Initiative / Intervention des Jugendamtes
  • auf Initiative / Intervention der Anwaltschaft
  • auf Initiative / Intervention des Familiengerichtes


Zielgruppe:

Der Begleitete Umgang hat Kinder, Jugendliche, deren Elternteile bzw. auch Großeltern mitunter auch Geschwister als Adressaten. Er ist u.a. erforderlich:
  • bei Kommunikationslosigkeit und insbesondere Kontaktlosigkeit zwischen den Eltern
  • wenn bisher zwischen einem Kind und einem Elternteil kein oder kein intensiver Kontakt bestanden hat oder längere Zeit zurück liegt
  • wenn z.Bsp. Zweifel an einer verantwortungsvollen Beziehungsgestaltung gegeben sind
  • wenn, dadurch gravierenden Ängsten der Kinder begegnet werden kann und bei Loyalitätskonflikten

Ziele: 

Das Selbstverständnis bei der Gewährung des begleiteten Umgangs liegt in der Vertretung der Rechte des Kindes auf eine entwicklungsfördernde Kontinuität der Beziehung zu den Eltern. Es werden die Interessen des Kindes vertreten ohne jegliche Parteinahme für sonstige Beteiligte. Ziele sind u.a.:
  • Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der emotionalen und sozialen Beziehung und Bindung zwischen den Umgangsberechtigten
  • Förderung des Kindeswohls, insbesondere der Identitätsentwicklung des Kindes
  • Sensibilisierung der Eltern und ggf.sonstiger Bezugspersonen für die Belange des Kindes
  • Stärkung des Kindes, damit es gegenüber seinen Eltern und anderen Beteiligten seine Bedürfnisse deutlich machen kann
  • Unterstützung der Eltern bei der Entwicklung ihrer Kommunikationsfähigkeit in Bezug auf das Kind, damit der Umgang auch zukünftig ohne Begleitung durchgeführt werden kann